Mein unter Debian/Knoppix laufender Webserver lief etwa zwei Jahre problemlos und fast ohne Ausfälle (da waren einige Stromausfälle wegen überlasteter Sicherung...). Als ich PostgreSQL 8.0 installieren wollte, hatte das System Abhängigkeitsprobleme mit anderen Komponenten. Ich wollte nicht lange daran herum basteln und war in der Zwischenzeit ohnehin Fan der Linux-Distribution Ubuntu geworden. Ich entschloss mich, die Maschine mit Ubuntu 5.10 (Breezy Badger) von Grund auf neu zu installieren. Gestern war es soweit. Hier mein Erfahrungsbericht:
Sicherung der bestehenden Daten: 1. Zope-Daten per Weboberfläche exportieren und auf meinen Windows-PC downloaden. 2. Webserver mit der Acronis TrueImage-CD booten und Image der Boot- und Datenpartition auf die externe USB-Harddisk sichern. Um mit dem Windows-PC jederzeit auf die Daten des alten Webservers zugreifen zu können, installierte ich DSL 2.0 (Damn Small Linux) unter VMWare, legte zwei zusätzliche Disks an, bootete TrueImage unter VMWare und spielte die beiden Linux-Images auf diese Disks zurück. Schliesslich mountete ich diese Disks noch und konfigurierte Netzwerk und SSH der virtuellen Maschine. Mit WinSCP habe ich nun bequemen Zugriff auf die Dateien des alten Webservers.
Ubuntu-Installation: Mir ist bewusst, dass es eine spezielle Server-Variante von Ubuntu gibt. Die wählte ich nicht, da sie Zope bereits enthält - ich übersetze Zope lieber selber ab Quellcode. Ich lud also die Desktop-Version herunter und brannte sie auf eine CD. Mit der Ubuntu-CD bootete ich den Computer und wählte beim Prompt server-expert. Das bewirkt, dass nur die nötigsten Softwarepakete installiert werden und dass man die Kontrolle über viele Installationsdetails behält. Die Hardware wurde richtig erkannt, die Installation verlief reibungslos. Auf der Festplatte richtete der Installer diese Partitionen ein: Root mit knapp 7 GB, Swap mit 3 GB (scheint mir bei 1 GB Hauptspeicher etwas viel) und home mit dem restlichen Speicherplatz. Da ich bei Bedarf eine grafische Oberfläche starten möchte (z.B. um per Synaptic Software zu installieren), musste ich diese nachinstallieren. Dies klappte erst, nachdem ich im Internet recherchiert hatte: x-window-system-core und xserver-common mussten per apt-get install installiert werden. Als Windowmanager wählte ich Fluxbox, da er schnell startet und wenige Ressourcen belegt. Damit Fluxbox nach Eingabe von startx startet, musste ich im Homeverzeichnis die Datei .xsession mit diesem Inhalt anlegen:
#!/bin/bashexport LC_ALL=Cexec fluxbox
Weite Pakete, die ich installierte: xterminal (damit Programme aus dem Fluxbox-Menü gestartet werden können), Apache2 (Webserver-Frontend für Zope), Postfix (Mailer), mailx (lokale Mails), PosgreSQL (Datenbank).
Da ich den Applikationsserver Zope und den Datenbankadapter Psycopg jeweils aus dem Quellcode übersetze, musste ich noch build-essential inkl. gcc installieren.
Den neuen Webserver konnte ich gestern Abend in Betrieb nehmen. Besucher meiner Homepage sollten keine Veränderung wahrnehmen, was durchaus gewollt ist. Weitere kleinere Anpassungen und Einstellungen am Server sind noch durchzuführen, der regelmässige Unterhalt des Systems (Updates und Sicherheitspatches installieren) beschränkt sich auf folgende zwei Befehle:
apt-get updateapt-get upgrade
Siehe auch in diesem Blog: Ubuntu-Linux
Siehe auch Interview mit Ubuntu-Initiator Mark Shuttleworth auf heise open
Siehe auch Ubuntu Linux auf dem Weg ins Unternehmen
Kategorien: Internet | Linux | Software
Ueber 1000 Zeichen lange Kommentare werden gekürzt, HTML ist nicht erlaubt.
Themafremde Kommentare werden gelöscht.


