Es war wieder einmal an der Zeit, einen neuen PC anzuschaffen. Hier mein Bericht.
Zuerst wollte ich mir einen PC mit AMD Athlon 64 X2-Prozessor selber zusammenstellen. Nach stundenlangem Blättern in Computerzeitschriften und Studium von Internetseiten entschied ich dennoch, ein Fertigsystem von Dell mit Intel Core 2 Duo E6400 zu kaufen.
Gründe: Dell hat meines Erachtens einen guten Ruf, einen komfortablen Webshop und liefert per UPS-Kurier nach Hause. Intel bietet meiner Meinung nach derzeit fürs gleiche Geld etwas schnellere Prozessoren.
Dell ist einer der führenden PC-Hersteller, bei dem es einige Besonderheiten zu beachten gilt:
- Die Dell-PC sind Legacy-Free, was bedeutet, dass es weder parallele noch serielle noch PS/2-Ports gibt. Maus, Tastatur und Drucker müssen per USB angeschlossen werden (mein Gerät hat hinten sechs, vorne zwei und an der Tastatur nochmals zwei USB-Anschlüsse).
- Auch IDE-Schnittstellen für interne Festplatten fehlen, es kommt die moderne SATA-Schnittstelle zum Einsatz.
- Für Freaks, die ihren PC gerne übertakten (Overclocking, OC), ist der Dell nicht geeignet, da das verwendete Phoenix-BIOS keine diesbezüglichen Einstellungen zulässt.
- Wechselnde Aktionen: Zur Zeit gibt Dell 100 Franken Online-Rabatt und liefert gratis einen MP3-Player mit 1 GB Speicher mit.
Der bestellte Dell Dimension 9200 wurde innert sechs Tagen geliefert. Er ist betriebsbereit inkl. installiertem und aktiviertem Windows XP Media Center Edition. Hier auch gleich meine Kritik am Webshop: Die Auswahlmöglichkeiten sind etwas beschränkt, denn ich hätte lieber auf Windows verzichtet, da ich ohnehin Linux installieren werde. Eine grössere Auswahl von Grafikkarten hätte ich mir auch gewünscht, doch dazu später mehr.
CPU und RAM: Mein Budget hätte für einen schnelleren Prozessor als den E6400 (2,13 GHz) gereicht. Da erfahrungsgemäss spätestens nach ein paar Jahren jeweils der Arbeitsspeicher zu klein wird, investierte ich das gesparte Geld lieber in satte 4 GB RAM. Mir ist bewusst, dass die 32-Bit-Versionen von Windows und Linux nur gut 3 GB des Speichers nutzen können - ich plane jedoch, 64-Bit-Linux (Ubuntu) zu nutzen. Davon werde ich in einem späteren Weblog-Artikel berichten.
Grafikkarte: Hier gab Dell die sehr flotte nVidia GeForce 7900GS mit 256 MB vor. Es stellte sich bald heraus, dass sie für meine Zwecke zu schnell und vor allem zu laut ist: Ich spiele auf dem PC kaum und kann daher auf aufwendige 3D-Funktionen verzichten. Die 7900GS wird bei ruhendem Desktop 50 - 52 Grad heiss und sobald sie etwas gefordert wird, dreht der Lüfter hoch und wird gut hörbar. Höchstwahrscheinlich werde ich die Grafikkarte gegen eine passiv gekühlte 7600GS austauschen.
Ein lüfterlose Grafikkarte passt ohnehin besser in den ansonsten sehr leise laufenden Dell 9200. Das liegt wohl am riesigen Kühlblech über dem Prozessor und dem ebenso grossen und gewöhnlich nicht hörbaren Lüfter, der die Wärme hinten aus dem PC hinaus bläst.
Festplatten: Es sind zwei 320 GB-Disks eingebaut, die per RAID 0 (Striping) zu einem Array von 640 GB verknüpft sind. Dies finde ich recht unsinnig, denn durch das gleichzeitige Schreiben auf zwei Disks ist das System zwar sehr schnell, aber wenn nur eine der zwei Disks ausfällt, sind alle Daten futsch! Bei der Linux-Installation werde ich folglich das Array aufheben.
CPU-Temperatur: Bei ruhendem Desktop wird der Prozessor nur 20 - 22 Grad warm. Ich habe als Stresstest zwei Instanzen von Prime95 (eine Instanz pro CPU-Kern) laufen lassen: Nach einer Stunde betrug die Prozessor-Temperatur 40 Grad, was absolut unkritisch ist.
Software: Für mich eigentlich nicht relevant, da ich nach Linux wechseln werde. Hier trotzdem ein paar Eindrücke: Windows XP Media Center ist eine feine Sache, wenn man den PC als Unterhaltungszentrale nutzen will (Filme schauen, Musik hören, Fotos verwalten). Nervig am vorliegenden System fand ich, dass alle Bildformate mit dem langsam startenden Corel Snapfire verknüpft sind, das einem jedes Mal nahelegt, die Plus-Version zu kaufen. Zum DVD brennen ist Roxio Creator LE - Dell Edition installiert, das auch wunderbar funktioniert.
Benchmarks
- Ich habe wahrscheinlich noch nie ein Windows-System so schnell starten gesehen - vom Drücken des Einschaltknopfes bis zum Moment, wo der Desktop auf den Mausklick reagiert, vergehen nur 35 Sekunden.
- Beim 3DMark06 erreicht mein System 4198 Punkte. Im Detail: 1656 bei SM2.0, 1648 bei HDR/SM3.0, 1852 bei CPU.
- PC Wizard Version 1.713 weist für mein System ein Rating von 3022 Punkten aus.
Update
Wie oben angekündigt, habe ich die mir zu laute Grafikkarte nVidia GeForce 7900GS ersetzt. Die Asus EN7600GS Silent ist lüfterlos. Als erstes fällt angenehm auf, dass nun mein Computersystem sehr leise arbeitet. Und hier kommt das Aber: Die 7600er wird schon bei ruhendem Desktop 70 Grad warm und erhitzt sich während dem 3DMark06-Benchmark auf 82 Grad. Das ist zwar heiss, aber nach meinen Informationen noch kein Grund zur Besorgnis.
Interessant: Unter Linux scheint die Grafikkarte weniger heiss zu werden, nämlich etwa 56 Grad. Mehr zu Linux in diesem Artikel: 2007-02-17.
Erwartungsgemäss gibt es jetzt beim 3DMark06 wesentlich weniger, nämlich nur noch 2253 Punkte. Im Detail: 875 bei SM2.0, 776 bei HDR/SM3.0, 1868 bei CPU. PC Wizard: 2866 Punkte.
Kategorie: Hardware
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