Der kostenlose E-Mail-Dienst von Google bietet momentan 2,8 GB Speicherplatz für Mails. Wie man diesen Speicher für Backup-Zwecke nutzt, möchte ich hier beschreiben:
Als erstes ist auf gmail.com (googlemail.com für Deutsche) ein Mailkonto einzurichten. Ein bestehendes Konto zu nehmen, empfiehlt sich nicht, da Mails und Backupdaten aus praktischen Gründen besser getrennt sein sollten.
Dann Gspace für Firefox installieren. Mit diesem Add-on kann man bequem Dateien ins Mailkonto hochladen und von jedem beliebigen Computer mit Internetzugang wieder herunterladen. Denkbar wäre, seine Musik- oder Bildersammlung auf diese Weise zu sichern oder Freunden zur Verfügung zu stellen. Achtung, hochzuladende Dateien dürfen höchstens 20 MB gross sein. Da Gspace mehrere Mailkonten verwalten kann, lässt sich der Speicherplatz für die Backups jederzeit erweitern.
Nun zu einem heiklen Punkt, der Privatsphäre: Die Firma Google ist für ihren grossen Datenhunger bekannt - sie möchte am liebsten alles über den Nutzer ihrer Dienste wissen und gibt auch zu, dass die Mails automatisiert durchsucht werden, um dann persönliche Werbung einzublenden. Die Speicherkapazität, über die diese Firma verfügt, ist unheimlich: Man kann davon ausgehen, dass von den Benutzern der Google-Dienste detaillierte Nutzungsprofile erstellt werden und diese quasi ewig gespeichert bleiben.
Ich rate deshalb dazu, keinen realen Namen bei der Anmeldung für das hier beschriebene Backup-Konto zu verwenden und die Dateien vor dem Hochladen zu verschlüsseln. Meine Recherche hat zwei Werkzeuge ergeben, die klein sind, eine hohe Sicherheit bieten, im Quelltext verfügbar und plattformübergreifend (getestet: Linux und Windows) nutzbar sind:
Bork file encrypter: Ein kleines und hochportables Programm, das auf jedem System läuft, für das eine Java-Umgebung existiert.
Bcrypt: Dieses kleine Programm nutzt den bewährten Blowfish-Verschlüsselungsalgorithmus. Besonderheiten: Es komprimiert die Dateien vor dem Verschlüsseln und kann die Quelldaten durch mehrfaches Ueberschreiben sicher löschen.
Ein Warnung zum Schluss: Angeblich wird ein nicht verwendetes Google-Mailkonto nach 9 Monaten gelöscht, man sollte also ab und zu einloggen...
Kategorien: Internet | Software
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