Jeder, der jemanden verliert, will sich dafür an jemandem rächen - und sei es an Gott, wenn er sonst keinen anderen findet.
Aber in Afrika, in Matobo, glauben die Ku daran, dass die Trauer nur der überwindet, der ein anderes Menschenleben rettet. Wenn dort jemand ermordet wurde, dann endet das Trauerjahr mit einem Ritual, das wir das Gericht des ertrinkenden Mannes nennen. Dabei wird die ganze Nacht am Flussufer gefeiert und beim Morgengrauen wird der Mörder in einem Boot auf den Fluss hinausgefahren und gefesselt ins Wasser geworfen, so dass er nicht schwimmen kann.
Die Familie des Ermordeten muss sich entscheiden: Sie kann ihn entweder ertrinken lassen oder rausschwimmen und ihm das Leben retten. Nach dem Glauben der Ku ist zwar der Familie Gerechtigkeit widerfahren, wenn sie ihn hat sterben lassen, dafür trauert sie jedoch ein Leben lang. Rettet sie ihn aber und gesteht damit ein, dass das Leben nicht immer nur gerecht ist, dann wird für diese Tat der Kummer von ihr genommen.
Rache ist eine feige Form der Trauer.
Aus dem Film 'Die Dolmetscherin' mit Nicole Kidman
Kategorie: Nachdenkliches
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das finde ich gut. schwierige entscheidung, aber gut