Kategorie Nachdenkliches (5 Artikel)
Jeder, der jemanden verliert, will sich dafür an jemandem rächen - und sei es an Gott, wenn er sonst keinen anderen findet.
Aber in Afrika, in Matobo, glauben die Ku daran, dass die Trauer nur der überwindet, der ein anderes Menschenleben rettet. Wenn dort jemand ermordet wurde, dann endet das Trauerjahr mit einem Ritual, das wir das Gericht des ertrinkenden Mannes nennen. Dabei wird die ganze Nacht am Flussufer gefeiert und beim Morgengrauen wird der Mörder in einem Boot auf den Fluss hinausgefahren und gefesselt ins Wasser geworfen, so dass er nicht schwimmen kann.
Die Familie des Ermordeten muss sich entscheiden: Sie kann ihn entweder ertrinken lassen oder rausschwimmen und ihm das Leben retten. Nach dem Glauben der Ku ist zwar der Familie Gerechtigkeit widerfahren, wenn sie ihn hat sterben lassen, dafür trauert sie jedoch ein Leben lang. Rettet sie ihn aber und gesteht damit ein, dass das Leben nicht immer nur gerecht ist, dann wird für diese Tat der Kummer von ihr genommen.
Rache ist eine feige Form der Trauer.
Aus dem Film 'Die Dolmetscherin' mit Nicole Kidman
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Im Tages-Anzeiger kam in einem Artikel der Begriff 'Zwangsehen' vor. Wer wird denn da gezwungen, etwas zu sehen? Etwa der frustrierte TV-Konsument, wenn die Werbung mal wieder ein Drittel des Films ausmacht? Oder handelt es sich um eine Folter, bei der das Opfer ungeheuerliche Dinge ansehen muss, um damit zur Aussage bewegt zu werden?
Weit gefehlt, es handelt sich nicht um Zwang-sehen sondern um Zwangs-Ehen, die bei Muslimen auch heute noch vorkommen sollen. Ich will hier nicht politisch werden - mir ist einfach der zweideutige Begriff aufgefallen. Das in der deutschen Sprache häufige Zusammenschreiben verursacht nicht selten solche Missverständnisse. Es entstehen so auch immer wieder neue Wörter, was die maschinelle Korrektur von Texten erschwert. Eigentlich sind die Englischsprechenden um ihre kompakte, klare Sprache zu beneiden... (Link zum Tagi)
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In den USA sind die Kreationisten auf dem Vormarsch. Dies sind christliche Fundamentalisten, welche die Evolutionslehre ablehnen und an öffentlichen Schulen die Religionslehre durchsetzen wollen. Sie verkennen dabei, dass die Evolution heute in der Wissenschaft als gesicherte Tatsache akzeptiert ist. Religionen hingegen sind Theorien, die sich nicht beweisen lassen.
Wenn schon US-Präsident George W. Bush findet, dass man Kinder in den Religionsunterricht schicken sollte, könnte man genauso gut fordern, an den Schulen eine andere - ebenso unbewiesene - Theorie zu lehren. Diese Idee nimmt die Bewegung des Fliegenden Spaghettimonsters (FSM) auf. Deren Anhänger, die sich auch Pastafarier nennen, stellten die eigentlich als Parodie gemeinte Theorie auf, dass das fliegende Spaghettimonster die Welt erschaffen habe.
Seit der Gründung von FSM im Juni 2005 erlebte die Bewegung grosse Publizität. Auch ich kann mit Religionen,
Sekten und den unsäglichen Glaubenskonflikten wenig anfangen - soll doch jeder glauben, was er will.
Darum sympathisiere ich augenzwinkernd mit den Pastafariern ;-)
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Unglaublich, wie kurzsichtig und ignorant Menschen sein können:
''Ich bin zu spät gekommen'', sagte Napoleon nach seiner Krönung zum Kaiser, ''die Menschen sind zu aufgeklärt, es gibt keine grossen Aufgaben mehr.''
''Alles, was erfunden werden kann, wurde bereits erfunden.'' (Charles Duell, Chef des amerikanischen Patentamts, 1899)
Hier könnt ihr weitere Irrtümer nachlesen.
Mein Fazit: Sei vorsichtig, wenn du dich über die Zukunft äusserst, sie könnte früher eintreffen als du meinst bzw. sie könnte überhaupt eintreffen!
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Krieg ist die Hoffnung, dass es einem besser gehen wird, hierauf die Erwartung, dass es dem anderen schlechter gehen wird, dann die Genugtuung, dass es dem anderen auch nicht besser geht, und hernach die Ueberraschung, dass es beiden schlechter geht.
(Karl Kraus)
Krieg wird oft angezettelt, um von eigenen Problemen abzulenken. War das auch im Fall der USA so, als sie den Irak angriffen? Geht es den Amerikanern jetzt besser, nachdem ihre Regierung viele Milliarden Dollar in den Krieg steckte? Warum mussten so viele Iraker und Amerikaner sterben, müssen Angehörige um die Opfer des Krieges trauern?
War es das wirklich wert?
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