Kategorie Zensur (3 Artikel)


Free Burma 04.10.2007

Zypern-Katze

Free Burma!

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Es ist wieder passiert: Das Internet bzw. Wikipedia soll zensuriert werden. Atze Schröder (ein deutscher Komiker), der mit bürgerlichem Namen Hubertus Albers heisst, möchte seinen richtigen Namen am liebsten nirgends mehr lesen (Frage am Rande: Wieso sollte jemand den Namen seiner Ahnen verleugnen wollen?). Im Fall der deutschen Wikipedia ist ihm die Zensur für den Moment zwar gelungen, aber er übersieht, dass das Internet nichts so schnell vergisst.

Ich finde, da hat mal wieder jemand nicht verstanden, wie das Internet funktioniert: Einmal im Netz - immer im Netz! Ausserdem werde ich jedesmal, wenn es um Zensur geht, nicht nur hellhörig, sondern alarmiert: Freiheit von Information bedeutet das Recht auf Information jedes Einzelnen. Fehlende Information bedeutet Desinformation und kann zu Manipulation führen. Es geht hier also nicht nur um das Anliegen eines einzelnen Komikers, sondern um Freiheitsrechte unserer Gesellschaft, um Meinungsfreiheit.

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Ende der 90er Jahre beschäftigte sich ein Hacker unter dem Pseudonym Tron mit Angriffen auf kommerzielle Verschlüsselungs- und Authentifizierungssysteme sowie mit der Entwicklung eines sprachverschlüsselnden Internettelefons. Er kam 1998 im Alter von 26 Jahren unter mysteriösen Umständen ums Leben.

Zu reden gab dieser Fall am 17. Januar 2006, als dem Verein Wikimedia eine einstweilige Verfügung eines Berliner Gerichts zugestellt wurde. Darin wurde dem Verein untersagt, von wikipedia.de auf de.wikipedia.org weiterzuleiten. Im freien Online-Lexikon Wikipedia ist nämlich ein Artikel über den Hacker enthalten. In diesem Artikel lässt sich der ohnehin schon in anderen Medien publizierte Realname Boris Floricic des Hackers nachlesen.

Ungeheuerlich finde ich, dass nur aufgrund der Offensive der Familie Floricic die Weiterleitung für zwei Tage ausgeschaltet werden musste. Mehr noch, es wird gefordert, anstelle des vollen Namens nur noch Boris F. in der Wikipedia zu erwähnen. Zum Glück fand das Gericht auch, dass das Verhältnisblödsinn wäre und lässt die Weiterleitung wieder zu. Ueber die Erwähnung des vollen Namens wird zur Zeit vor Gericht noch heftig gestritten.

Durch seine Aktivitäten wurde der studierte Informatiker, talentierte Hacker und Entwickler Boris F. bekannt. Seine Person steht damit auch nach seinem Tod im öffentlichen Interesse, was den Wikipedia-Artikel rechtfertigt. Anstatt zu versuchen, den Nachnamen zu zensurieren, sollten die Eltern besser stolz darauf sein, was Boris in seinem kurzen Leben erreicht hat.

Es ist unsinnig, einen Nachnamen aus einem Lexikon tilgen zu wollen. Man stelle sich vor, da würden nur noch Adolf H., Albert E. oder Boris B. drin stehen. Oder Marilyn Monroes richtiger Name (Norma Jeane Baker) dürfte nicht genannt werden...

Update 12.05.2006

Das Urteil

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